WDR Vorlesetag in der
Sparkasse
Oberhausen - Filiale
Bebelstraße
Freitag, 26.
November 2010, 17 Uhr
Eine Veranstaltung der
Kath. öffentlichen Bücherei
St. Antonius
in Kooperation mit der Sparkasse Oberhausen
Meinhard
Zanger
liest aus dem Roman
"Das Geld" von Emile Zola
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Der Vorlesetag
Schon im Vorjahr war die Kath. öffentliche Bücherei
St. Antonius einziger Leseort in Oberhausen zum WDR Vorlesetag.
Der WDR 5 bietet an diesem bundesweiten Vorlesetag an 55 Orten
in ganz NRW in Kooperation mit den örtlichen Veranstaltern
Lesungen an ungewöhnlichen Leseorten an.
Diese Aktion ist Teil des von der Stiftung Lesen initiierten Projekts
"Wir lesen vor".
Mit der Aktion sollen neue Orte für Lesungen entdeckt und die
große Vielfalt an vorgelesenen Texten vorgestellt werden.
Wir freuen uns, auch in diesem Jahr in Oberhausen der einzige Leseort
zu sein, was durch die gute Kooperation mit der Sparkasse Oberhausen
ermöglicht wurde.
Der Eintritt ist frei.
Termin: Freitag,
26.11.2010 um 17 Uhr
in den Räumen
der Sparkasse Oberhausen - Filiale Bebelstr. 185, 46049 Oberhausen
(im direkten Umfeld unserer Bücherei)
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Der Vorleser
Meinhard Zanger
wurde am 16. Februar 1955 in Memmelsdorf bei Bamberg geboren. Er
arbeitet als Regisseur, Schauspieler, Dozent,
Intendant, Festivalleiter sowie Sprecher und Moderator. Aufgewachsen
ist er in Köln, wo er
1981 die Schauspielausbildung abschloss. Anschließend Studium
der Theater-, Film- und
Fernsehwissenschaft, Germanistik und Philosophie in Köln.
1997-2006 war er Intendant
des Kölner 'theater der keller' und Direktor
der angeschlossenen Schauspielschule. 2004 war Zanger
künstlerischer Leiter des Festivals THEATERZWANG (Best
Of(f)-Festival NRW). Seit 1988 arbeitet er zudem als Sprecher und
Moderator für den WDR, wo er u.a. Konzept und Regie bei der
'Nachtmusik im WDR: Schrille und
schräge Weihnachtsgeschichtem' übernahm und bei der
Uraufführung der Funk-Oper
'Lorca' unter der Leitung von Michail Jurowski mitwirkte. Seit 1. Juli
2006 ist er Intendant des 'Wolfgang Borchert Theater'
in Münster
Weitere Informationen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Meinhard_Zanger
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Das Buch
Der Roman "
Das Geld"
von 1891 entwirft ein heute wieder höchst aktuelles Panorama
der Finanzwelt. Zwischen Fehlspekulationen, Börsenkrach und
Bankeninsolvenz sucht die Hauptfigur, Aristide Saccard, ihr
Glück. Das Zeitpanorama aus dem 19. Jahrhundert zeigt ein
Ursprungsbild unserer Gesellschaft.
INHALT
Ein Mann liebt eine Frau und die Frau liebt den Mann ebenfalls, doch
hat ihr Vater nicht das Geld, um ihr eine ausreichende Mitgift zu
garantieren - so wird es also nichts mit der Heirat. Ein Mann
möchte gemeinsam mit seiner tugendhaften Schwester einen
wunderbaren Traum verwirklichen, doch hat er kein Geld, und so bleibt
der Traum ein Traum. Ein Mann ist eitel und er wünscht sich,
Paris zu erobern und als mächtiger Mann zu beherrschen. Auch
hier fehlt es am Geld.
Daher setzen sie alle - mal mehr, mal weniger wissentlich - auf
Spekulation und Betrug im großen Geschäft des
Finanzkapitals.
Wir befinden uns im Paris der 1850/1860er-Jahre. In dem
Roman "Das Geld" beschreibt der Schriftsteller Emile Zola die
vielfältige Abhängigkeit der Armen und der Reichen,
des Adels und der Neureichen vom Geld. Zola beschreibt in dem Roman
nicht etwa eine abstrakte Gier und verliert sich in moralinsauren
Betrachtungen. Nein, er zeigt, wie der Geldhandel tatsächlich
funktioniert. Trotz aller Liebe, Herzschmerzdramatik und bei aller
heute sehr altbacken wirkenden Mann-Frau-Problematik spielen
in "Das Geld" vor allem Wechselscheine, Wertpapiere, Aktien
und natürlich Banknoten die Hauptrolle.
Was passiert: Der schwindlerische Saccard ist pleite und selbst sein
Bruder möchte nichts mehr von ihm wissen. Doch Saccard gelingt
es mit Hilfe von viel Fantasie und einiger ihm höriger
Angestellter erneut, eine Bank zu gründen und sich in das
wilde Spekulationsspiel an der Börse zu werfen. Dabei zeigt
Zola vor allem, wie das scheinbar spielerische Umherwerfen mit den
Geldern an der Börse reale Folgen hat: Während die
Händler und Makler trotz ihrer Spielsucht und ihrer teils
immensen Verluste verhältnismäßig sicher
und wohlhabend leben können, sind die Kleinanleger und
Gutgläubigen die großen Verlierer. Immer wieder
entführt Zola seine Leser/innen in die Armenviertel und
konterkariert die Stellen, in denen Saccard und seine Kumpanen gerade
wieder einmal ein Millionengeschäft aushecken, mit Szenen, in
denen das Eheelend eines Journalisten gezeigt wird, dessen Habe immer
kurz vor der Pfändung steht.
Und es gibt in diesem Buch keine einfach nur Guten. Der rasende
Antisemit Saccard hat gleichfalls seine anständigen und
liebenswerten Seiten, die Damen, die sich für ihre
Schüchternheit immer mit der "natürlichen
Gefühligkeit des Weibes" entschuldigen wollen, werden als
Dumme geschildert, und der betrügerische und habgierige
Geldhändler Busch pflegt aufopferungsvoll seinen den
sozialistischen Lehren zugewandten, völlig weltfernen
Bruder. Es geht bei Zola nie darum, den einzelnen Menschen zu
denunzieren, es geht ihm um die genaue Beschreibung der
gesellschaftlichen Zustände.
Angaben nach:
http://www.new-ebooks.de/index.php?s=viewbook&bid=1025
ENTSTEHUNG, WIRKUNG, LINKS
Der Roman bildet den 18. Band des auf 20 Bände angewachsenen
großen Zeitpanorama Zolas "Rougon-Macquart". Wie seinerzeit
üblich erschien der Roman zunächst ab November 1890
in mehreren Folgen in einer Zeitschrift (Gil Blas), bevor 1891 die
Buchveröffentlichung folgte.
Bereits 1928 wurde der Roman verfilmt unter Marcel L'Herbier mit
Brigitte Helm, Pierre Alcover, Alfred Abel, Marie Glory, Henry Victor.
Der Film verlegt die Handlung jedoch in das Paris der 1920er Jahre.
1988 unternahm Jacques Rouffio für das französische
Fernsehen eine Adaptation.
Eine Theater-Bearbeitung unternahmen 2009 eine britische Gruppe (Shunt)
und John van Düffel für das Düsseldorfer
Schauspielhaus (Regisseurin Tina Lanik).
Der französische Originaltext im Projekt Gutenberg:
http://www.gutenberg.org/ebooks/17516
Zeitgenössische Rezension
des Romans von Paul Lafargue: http://www.marxists.org/deutsch/archiv/lafargue/1891/xx/zola.htm
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Der Autor
Emile Zola
(* 2. April 1840 in Paris; † 29. September 1902 in Paris)
Zola gilt als einer der großen französischen
Romanciers des 19. Jahrhunderts und als Leitfigur und
Begründer der gesamteuropäischen literarischen
Strömung des Naturalismus. Zugleich war er ein sehr aktiver
Journalist, der sich auf einer gemäßigt linken
Position am politischen Leben beteiligte.
Zola gilt als Hauptvertreter des naturalistischen Romans. Er lebte in
einer Zeit, in der die geistige und politische Situation in Europa
durch einen ungebrochenen Glauben an den Fortschritt und die
Naturwissenschaft geprägt war. Die "Wirklichkeit" trat in den
Mittelpunkt von Philosophie, Politik, Ökonomie, Literatur und
Kunst.
Allgemeine ethische Werte traten zugunsten der Anerkennung und
Beobachtung der realen Gegebenheiten zurück. Ausgehend von
dieser
Grundlage entwickelte sich der Positivismus, der jegliche
metaphysischen Überlegungen ablehnte. Allein
Tatsachen-behauptungen und
die aus Erfahrung und Beobachtung erwachsene Erkenntnis (Empirismus),
das "Positive", haben für die Theoriebildung
Gültigkeit. Ebenso gehörte
zur Politik und Geist der Zeit die Theorie des Historischen
Materialismus von Karl Marx und der Historismus. Außerdem
beherrschten
zwei Grundideen die Politik im 19.Jahrhundert: der Konservatismus und
Liberalismus. Für weite Teile der Unterschicht-
Arbeiterschaft,
Kleinbürger und Heimarbeiter- waren die Wohn- und
Lebensverhältnisse
von äußerster Bescheidenheit. Dem entsprechend waren
auch die
hygienischen Verhältnisse miserabel. Tuberkulose war als Folge
dessen
eine weitverbreitete Krankheit bei der arbeitenden
Bevölkerung. Von der
Unterschicht und dem Proletariat hebte sich das Leben des gutgestellten
Bürgertums deutlich ab. In dieser Zeit entwickelte sich der
Naturalismus, der häufig mit dem Realismus gleichgestellt
wird, da
deren Abgrenzung umstritten ist. Nach dieser kurzen
Erläuterung der
historischen Hintergründe, wird sich diese Seminararbeit im
folgenden
mit Zola und den Naturalismus beschäftigen, wird das Leben
Emile Zolas
schildern, sowie die Entstehung und Auswirkungen des Naturalismus.
Sein Artikel J'accuse …! (Ich klage an …!) anlässlich der
Dreyfus-Affäre war ein wichtiges Element bei der
schließlichen Rehabilitierung des fälschlich wegen
Landesverrats verurteilten Offiziers Alfred Dreyfus.
Ein gewaltiges Zeitpanorama geben die 20 Bände seines
Romanzyklus der Rougon-Macquart.
"Wenn eine Gesellschaft in Fäulnis gerät, wenn die
soziale Maschine schlecht funktioniert, ist es die Aufgabe des
Beobachters und des Denkers, jede neue Wunde und jeden unerwarteten
Stoß zu vermerken. Einstweilen leben wir auf den Ruinen der
Welt. Unsere Pflicht ist es, diese Ruinen zu studieren und zwar mit
Freimütigkeit, ohne Furcht und Lüge, um daraus die
Elemente der zukünftigen Welt zu gewinnen" (Zola)
Zola in Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Emile_Zola
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Hintergrund des Romans
Der Roman setzt ein im Jahr 1864, führt aber durch die
Vorgeschichte auch in die 1850er Jahre zurück. Als Vorbild
für Elemente der Handlung und Figuren gelten Ereignisse und
Personen der französischen Wirtschaftsgeschichte der Zeit
Zolas. Handlungszüge und Figuren nehmen dabei viel auf von
Umständen, die erst nach der Pariser Kommune (1871) sich
einstellten.
Zolas Hauptfigur Saccard mag inspiriert sein vom Sepkulanten Hector de
Sastres, der von seinem Freund, dem Minister Jacques Louis Randon,
protegiert wurde.
Bankenkrise
Im August 1857 begann die Krise mit einem Börsenkrach in New
York. Marx
und Engels verfolgten sie genau und waren begeistert davon, wie
schön
und geradezu klassisch sich diese Krise entwickelte, wie sie sich
weltweit ausbreitete. An den politischen Reaktionen der Herren
Unternehmer auf die Krise hatten sie ihre helle Freude: "Daß
die
Kapitalisten, die so sehr gegen das 'droit au travail' (Recht auf
Arbeit - M. K.) schrien, nun überall von den Regierungen
'öffentliche
Unterstützung' verlangen (...), also das 'droit au profit'
(Recht auf
Profit - M. K.) auf allgemeine Unkosten geltend machen, ist
schön",
schrieb Marx an Engels am 8. Dezember 1857 (MEW 29, S. 223). Wie sie es
erwartet hatten, griff die Börsen- und Kreditkrise rasch auf
den
Welthandel und die Exportindustrie über, nach den Spekulanten
fielen
die Handelsbanken, dann die Fabrikunternehmen, die Arbeitslosigkeit in
den Handelszentren und Fabrikdistrikten stieg rapide. In
kürzester Zeit
wurden auch die Rohstoffexporte getroffen und die
Welthandelsländer
außerhalb Europas in die Krise hineingezogen.
1867 kam es zum Bankrott der 1852 gegründeten
Crédit Mobilier, der ersten Universalbank überhaupt.
1881/82 erfolgte der Konkurs der Union
générale, der eine Panik an der
Börse und eine allgemeine Bankenkrise auslöste.
Dies bedeutete einen Wendepunkt für das
französische Bankwesen. Seit dieser Zeit etablierte sich in
Frankreich eine Trennung in Depositenbanken und Emissionsbanken (wenn
auch nicht in ganz scharfer Form). Die großen Banken wie der
Crédit Lyonnais und die Societe Generale, die infolge der
Krise schwere Verluste erlitten hatten, bauten ihre langfristigen
Kredite ab und wurden - am ausgeprägtesten der
Crédit Lyonnais - zu Depositenbanken. Aber auch die
Emissionsbanken, die im übrigen erheblich kleiner waren als
die genannten Depositenbanken, hatten an der französischen
Industrie kaum Interesse und waren nur ganz vereinzelt an
Industriegesellschaften beteiligt. Dieses geringe Interesse deckte sich
aber mit der schwachen Nachfrage der Industrie nach langfristigen
Krediten und der geringen Zahl der Aktiengesellschaften.
Der Typ der Universalbank wurde aufgegeben. An die Stelle engerer
Beziehungen zur Industrie Frankreichs trat das ausländische
Anlagegeschäft, wobei wiederum nicht die direkte
Industriefinanzierung, sondern Staatsanleihen dominierten.
Panama-Skandal
1879 wurde eine französische Gesellschaft gegründet,
um den Bau des Panamakanals unter Ferdinand de Lesseps zu finanzieren.
Die Gesellschaft musste 1889 den Konkurs anmelden, woraufhin sie ihren
finanziellen Schwierigkeiten mithilfe einer Lotterie beizukommen
versuchte. Die gesetzliche Genehmigung hierfür wurde u.a. von
Lesseps Teilhabern Cornélius Herz und Baron Jacques de
Reinach durch Bestechung zahlreicher Politiker und Journalisten
eingeholt. Der Konkurs der Compagnie de Panama war dennoch
unausweichlich. Die französische Regierung hielt die Verluste
für die Aktionäre zunächst geheim, was neben
dem Bekanntwerden der Korruptionsaffäre zu einem starken
Vertrauensverlust im Volk führte.
Die Regierung unter Ministerpräsident Émile Loubet
musste 1892, die Regierung Alexandre Ribot 1893 zurücktreten.
Auch der spätere Ministerpräsident Georges Clemenceau
war in den Skandal verwickelt, konnte jedoch seine politische Karriere
fortsetzen.
Am Panamaskandal waren auch einige jüdische Finanziers
(Cornélius Herz, Jacques de Reinach, Émile Arton,
Louis Andrieux) beteiligt, was dem Antisemitismus in Frankreich
Vorschub leistete.
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